Glossar
Adhäsionsfolien
Diese besonders einfach anzubringenden und 100% rückstandsfrei abzulösenden Folien haben sich mittlerweile eine nicht zu vernachlässigende Stellung auf dem Markt der Foliendruckprodukte erobert. Zum einen in der Schaufenster- und Verkehrsmittelwerbung, aber z.B. auch zunehmend im Home-Deko-Bereich!
Auf glatten Untergründen haften Adhäsionsfolien durch das Prinzip der so genannten statischen Adhäsion. Die nötige Haftkraft entsteht durch die Anziehungskraft zwischen den Molekülen der Folie und denen des Untergrundes. Grundsätzlich wirken dabei die gleichen physikalischen Kräfte, die einen Körper als Einheit zusammenhalten (Kohäsion) und dem Material seine Festigkeit geben! Die Haftwirkung hat also, wie oft irrtümlich angenommen, nichts mit der elektrostatischen Aufladung zu tun. Im Gegenteil: Die Folien sind spezialbehandelt, damit eben keine elektrostatische Aufladung entsteht. Sonst könnten sie nämlich gar nicht bedruckt werden.
CtP - Computer-to-Plate
"CtP" steht für "Computer-to-Plate", eine Technologie, bei der ohne weitere Zwischenschritte aus den Ursprungsdaten des Grafik- oder Satzstudios direkt eine Druckplatte hergestellt wird. Die bisher übliche Anfertigung eines so genannten Offsetfilms entfällt deshalb bei CtP.
In aller Regel ist CtP wesentlich günstiger und schneller als klassische Druckvorstufenverfahren. Eigentlich auch logisch:
Wo keine Druckfilme hergestellt werden, fallen auch keine Kosten dafür an! Außerdem entfallen Störungen bei der Belichtung.
Folienmaterial
Bedruckbare Folien bestehen in aller Regel aus einer der drei folgenden Materialien:
PVC, Polyvinylchlorid
PVC ist das gängigste Folienmaterial und verfügt über herausragende chemische und mechanische Eigenschaften. Es ist besonders zugfest (65 N/mm2) und stabil, chemisch außerordentlich beständig, lichtecht und lange haltbar. Das Kunststoffmaterial ist zäh, formbeständig sowie abriebfest und bleibt innerhalb eines großen Temperaturbereiches (von –10° C bis +55° C) in seinen mechanischen Eigenschaften stabil. PVC ist extrem lange haltbar. Zudem ist PVC außerordentlich gut recyclingfähig, weil es sich auch mit hohen Fremdkunststoffanteilen wiederverwerten lässt.
PP, Polypropylen
PP wird gerne als "die Alternative" zu PVC dargestellt, weil es als noch umweltfreundlicher gilt. Dafür muss PP sortenrein vorliegen, um recycelt werden zu können. PP ist leicht (0,92 g/cm3), verfügt über eine gute chemisch-physikalische Beständigkeit und ist von –20° C bis +90° C stabil. Der größte Vorteil von PP ist aber wohl das Preis-Leistungs-Verhältnis dieses Folienmaterials: Im Vergleich mit anderen Materialien schneidet PP preislich durchweg am besten ab!
PE, Polyethylen
Zwar ist PE weder von Minus-, noch von Plusgraden zu "beeindrucken" (Temperaturbereich: -100° C bis +80° C) und ist dazu auch noch relativ leicht (0,95 g/cm3), doch in allen anderen chemisch-mechanischen Eigenschaften muss sich PE anderen Folienmaterialien deutlich geschlagen geben.
Frostfarbenverfahren
Mit speziellen Lackeffekten, intern als "Frostoptik-Technik" bezeichnet, kann die Hübner Druck & Medien GmbH beim Foliendruck nahezu jeden Temperatur- oder Wettereinfluss simulieren.
Durch diese zusätzliche Druckschicht lässt sich das optische Ergebnis des Foliendrucks gezielt steuern, um auf diese Weise ganz unterschiedliche optische Wirkungen zu erzielen. Winterlich vereistes Schaufenster oder wasserdampfbeschlagene Duschtrennscheibe – (fast) alles ist damit möglich.
Lentikulardruck
Mit dem sogenannten "Lentikulardruck" gelingt es, die ansich statische Folie mit dynamischen Effekten zu versehen um auf einem zweidimensionalem Medium eine dreidimensionale Wirkung zu erzielen.
Fünf unterschiedliche Haupteffekte lassen sich per Lentikulardruck erzielen:
3 D-Darstellung:
Durch einen technischen Kniff lässt sich das Auge des Betrachters bei einer 3 D-Darstellung so täuschen, dass der Eindruck von räumlicher Tiefe entsteht. Ideal für optisch eindrucksvolle Darstellungen von Objekten oder Produkten aller Art.
Morphdarstellungen
Bei Morphdarstellungen "verwandelt" sich ein Objekt in mehreren Zwischenschritten in ein völlig anderes – so wird zum Beispiel aus einem ungeschminkten ein geschminktes Gesicht oder aus einem rassigen Tier ein Sportwagen.
Flipdarstellungen
Zwei oder mehr Motive wechseln je nach Blickwinkel des Betrachters. Typische Flipdarstellungen sind zum Beispiel ein zwinkerndes Auge oder ein sich öffnender Kussmund. In aller Regel verläuft die Drehachse bei einer Flipdarstellung horizontal.
Motion-Darstellung
Motion-Darstellungen sind wie kleine Filme aus bis zu 16 Einzelbildern aufgebaut, die vor dem Auge des Betrachters "ablaufen", wenn der Blickwinkel sich verändert.
Zoom-Darstellung
Auch die Zoomdarstellung arbeitet mit mehreren Einzelbildern. Das Besondere daran: Scheinbar nähert und entfernt sich das Objekt je nach Betrachtungswinkel. Zoom-Darstellungen eignen sich unter anderem für die Präsentation von Produkten, bei denen auch Details mit hervorgehoben werden. sollen.
Um die erwünschten Effekte zu erzeugen, werden zwei oder mehr Bilder mit Hilfe einer Spezialsoftware in einzelne Streifen zerlegt, die dann unter den mikroskopisch kleinen Linsen der Lentikularfolie je nach Blickwinkel des Betrachters wieder zu den unterschiedlichen Einzelbildern "zusammengefügt" werden. Wichtigstes Hilfsmittel ist dabei die Lentikularfolie – ohne die diese optischen Effekte nicht möglich wären.
Die größte Herausforderung beim Lentikulardruck liegt dabei in der optimalen Übertragung der Ursprungsbilder in eine auf die erwünschte optische Wirkung abgestimmte Streifendarstellung. Mit modernster Softwaretechnologie und entsprechendem Fach-Know-how ist das aber heutzutage kein Problem mehr. Allerdings erfordert diese Technik hochpräzise Verarbeitung bei der Herstellung.
Offsetweiß
Beim Foliendruck ist in vielen Fällen ein so genanntes "Trennweiß" notwendig - zum Beispiel, um beim mehrfarbigen Bedrucken von transparenten Folien eine veränderte Farbdarstellung zu verhindern. Früher musste dieses "Trennweiß" nahezu immer im Siebdruckverfahren aufgebracht werden – seit einiger Zeit muss das nun nicht mehr in jedem Fall so sein. Mit einem speziellen Offsetweiß kann, je nach Motiv und Material, der bisher häufig notwendige Druck von Weiß im Siebdruckverfahren in vielen Fällen eingespart werden.
Röntgenbildsimulation
Die Optik eines Röntgenbildes hat für viele Menschen eine hohe Signalwirkung. Diese machen sich immer mehr Unternehmen für auffällige Werbeaktionen zunutze. Mit einer speziellen Folienoffsetdrucktechnik lässt sich die Optik eines solchen Röntgenbildes nahezu 100prozentig nachempfinden. Damit es dabei nicht zu den gefürchteten Ablegeeffekten kommt, werden diese Röntgenbildsimulationen im Spezialoffsetverfahren hergestellt, mit dem die dafür notwendigen kurzen Trocknungszeiten erreicht werden können. Feinsteuern lässt sich die Endoptik außerdem über den ein- oder beidseitigen Auftrag von unterschiedlichen Transparentlacken.
Sicherheitsdruck
Fälschungen und Duplikate schädigen die Wirtschaft Jahr für Jahr mit Kosten in Höhe von rund 450 Milliarden Dollar. Sicherheitsdrucktechniken können dazu beitragen, diese Schäden zu minimieren, indem sie Produktpiraten ihre dunklen Geschäfte erschweren.
Insgesamt unterscheiden Spezialisten folgende Hauptsicherheitsdrucktechniken:
- Druck mit fluoreszierenden Farben Dabei werden während des Druckvorgangs fluoreszierende Farbpigmente auf das Produkt aufgetragen, die nur unter Speziallichtquellen sichtbar werden.
- Irisdruck Bei diesem Verfahren entstehen fein abgestufte Farbverläufe, die von Farbkopierern nur sehr schwer nachgeahmt werden können.
- OVI Diese Spezialfarbe (Optically Variable Ink) sieht je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel immer wieder anders aus. Ebenfalls sehr schwer nachzuahmen.
- Thermochrome Farben Diese schwer bzw. nicht kopierbare Farben wechseln das Aussehen in Abhängigkeit von der Außentemperatur.
- Intagliodruck Bei diesem Verfahren werden während des Drucks feinste reliefartige Vertiefungen in die Produktoberfläche geprägt, die kaum zu sehen, aber dafür zu ertasten sind.
Neben diesen reinen Druckverfahren gibt es außerdem zahlreiche Sicherheitstechniken, die vor dem eigentlichen Druckverfahren zum Einsatz kommen.
Zu den Vorstufensicherheitstechniken zählen z.B.:
- Mikroschriften
- Durchsichtspasser (bei denen Bildelemente auf Vorder- und Rückseite eines Papiers oder einer Folie in der Gegenlichtdurchsicht ein gemeinsames Bild ergeben)
- Antikopierraster (feinste Linien, die beim Kopieren "brechen")
- Guillochen
Zu den Veredelungssicherheitstechniken gehören:
- Nummerierungen
- Blindprägungen
- Wasserzeichen
- Hologramme (besonders kompliziert und teuer in der Herstellung)
- Melierfasern (Spezialfasern, die dem Druckstoff beigegeben werden können und unter UV-Licht in verschiedenen Farben leuchten)
UV-Offsetdruck
Bei herkömmlichen Druckfarbensystemen wird die Trocknung dadurch erreicht, dass die in der Farbe enthaltenen Lösemittel verdampfen bzw. in den Bedruckstoff "wegschlagen" und zumindest teilweise durch Oxydationsprozesse in ihrer chemischen Struktur verändert werden. "Nachteil" dieses Systems: Alle diese Vorgänge laufen langsamer ab, als es für den Druck auf Folienmaterial erforderlich ist!
Bei UV-Farben verläuft die Trocknung dagegen nach einem völlig anderen und wesentlich schnelleren Mechanismus: Mit Hilfe von Fotoinitiatoren und unter Einwirkung ultravioletter Strahlung wird eine chemische Kettenreaktion (Polymerisation) ausgelöst. Und das geschieht innerhalb von Sekundenbruchteilen. Dadurch lassen sich auch Folien problemlos im Offsetverfahren bedrucken!
Wollskala / Wetterfestigkeit
Ein wichtiges Qualitätskriterium von Druckprodukten ist, die Wetterfestigkeit. Wobei der Ausdruck "wetterfest" interessanterweise gar nicht wissenschaftlich definiert werden kann. Gemeint ist vielmehr die "Lichtbeständigkeit" eines Druckproduktes. Diese wird anhand der so genannten "Wollskala" definiert. Wenn Sie bei Ihren Druckprodukten eine hohe Lichtbeständigkeit als notwendig ansehen, sollten Sie darauf achten, dass Werte zwischen 7 bis 8 auf der Wollskala erreicht werden (die Wollskala reicht bis zu einem Maximalwert von 8). Zur Wetterfestigkeit gehört aber auch die Beständigkeit gegen alle Einwirkungen die im Außeneinsatz auf ein Produkt einwirken. Das erfordert Bedruckstoffe die wasserfest sind und auch eine ausreichende mechanische Stabilität aufbringen.